Smart, Grigri & Co Was bringt welches Sicherungsgerät?

Sicherungsgeräte gehören zu den wichtigsten Ausrüstungsteilen beim Klettern. Ohne Sicherungsgerät müsste man das volle Gewicht des Kletterers am Seil halten. Da dies in keinem Fall möglich ist, ist eine Bremskraftverstärkung durch das Sicherungsgerät erforderlich. Gesichert wird beim Sportklettern fast ausschließlich vom Körper aus, im alpinen Gelände ist die Fixpunktsicherung verbreiteter und vorteilhafter.

Für alle Sicherungsgeräte gilt: Eine professionelle Einschulung ist unerlässlich!

Achtung: Das Sichern mit dem Abseilachter ist in der Kletterhalle nicht erlaubt.

sicherungsgerät kaufen Preise Verleih Sicherungsgerät

Blockierfunktion oder nicht? Was hat sich geändert?

HMS Knoten quer

Bei allen Sicherungsgeräten ist es unerlässlich, dass die Hand, die hinter dem Sicherungsgerät ist (die Bremshand), immer das Seil hält. Es gibt Sicherungsgeräte, die in fast allen Situationen blockieren, wenn einmal die Bremshand ausgelassen wird. Dies sind einerseits die sogenannten Autotuber, die ähnlich wie Tuber aufgebaut sind, aber eine Blockierfunktion haben. Die 2. Gruppe dieser Geräte mit Blockierfunktion sind die Halbautomaten: Hier sorgt ein Blockiermechanismus im Gerät dafür, dass das Seil blockiert. Bei Autotubern läuft das Seil über den Karabiner, bei Halbautomaten läuft das Seil über die im Sicherungsgerät eingebaute Bremsvorrichtung. Während in den Anfängen des Sportklettern der Achter stark verbreitet war, setzten sich um die Jahrtausendwende tuberartige Geräte durch. Seit Beginn des letzten Jahrzehntes werden aus Sicherheitsgründen vor allem im Anfängerbereich nur mehr Geräte mit Blockierfunktion empfohlen

ÖAV Empfehlung für Halbautomaten

CAC Kletterhalle Smart © CAC / Jakob Glasner

Autotuber Tuber mit Blockierfunktion

Autotuber sind beim Sportklettern aktuell die meistverbreiteten Geräte. Autotuber sind sowohl im Top-Rope als auch beim Vorstiegssichern sehr gut einsetzbar. Unsere Empfehlung beim Sichern ist die Verwendung des Mammut Smart, weitere häufig verwendete Autotuber derzeit: Megajul bzw. Jul², Click-Up, Ergo, Fish – die Liste wächst hier ständig.

AustriAlpin_Fish_Autotuber-Set © Austrialpin

Halbautomaten technisch aufwendige Bremsfunktion

Während bei den Autotubern das Seil immer über den Sicherungskarabiner läuft, wird das Seil bei den Halbautomaten direkt durch eine Bremsvorrichtung im Gerät blockiert, wenn eine Belastung auftritt. Die Bremsfunktion ist hier unabhängig vom Seileinlaufwinkel, was bei den Autotubern in bestimmten Fällen ein Problem sein kann. Alle Halbautomaten besitzen einen Ablasshebel, bei einigen Geräten gibt es hier eine Panikfunktion, die einen unkontrollierten Seildurchlauf durch den Klammerreflex beim Erschrecken verhindern soll. Halbautomaten sind zumeist seilschonender aber auch teurer als Autotuber. Das schon am längsten auf dem Markt befindliche Gerät und auch mit Abstand am meisten verbreitetete Gerät ist das Grigri, das in verschiedenen Ausführungen angeboten wird. Weitere Geräte sind das Eddy, das Matik und das Revo.

D14BG-Grigri-focus-2_LowRes © Petzl
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Tuber Sicherungsgerät ohne Auto-Blockierfunktion

Beim Tuber gibt es sehr viele unterschiedliche Versionen – vom Sport-Tuber fürs reine Sportklettern bis zum Alpin-Tuber mit allerlei Zusatzfunktionen. Tuber werden heute weiterhin sehr häufig im alpinen Gelände eingesetzt (für Nachstiegsichern und Abseilen), beim Sportklettern wurden sie in der letzten Zeit zurückgedrängt, da sie keine automatische Blockierfunktion besitzen. Wann machen diese Geräte beim Sportklettern Sinn? Man kann bei einem Sturz das Seil etwas durch das Gerät laufen lassen – so können Profis einen Sturz weicher bremsen.

Halbmastwurfsicherung der Allrounder

Die Halbmastwurfsicherung oder kurz HMS verlangt kein aufwendiges Gerät. Es reicht uns hier ein birnenförmiger sogenannter HMS-Karabiner um den HMS-Knoten einzuhängen. Die HMS gehärt zu den ältesten Sicherungsmethoden beim Klettern und hat den Vorteil, dass sie sowohl von einem Fixpunkt aus als auch vom Körper aus gut bedient werden kann. Heutzutage wird sie fast nur mehr beim Alpinklettern eingesetzt, beim reinen Sportklettern überwiegen die Nachteile: Das Seil verdreht sich sehr stark und bildet dann Krangel, und es gibt hier keine automatische Blockierfunkion, wenn das Bremsseil ausgelassen wird. Zusätzlich können durch den Seildurchlauf Karabiner mit Drehverschluss aufgedreht werden. Deshalb werden bei der HMS-Sicherung auch Karabiner mit automatischer Verschlusssicherung empfohlen.

 

HMS Knoten
P1190527 klein

Bremsassistenten Gratis im CAC ausleihen

Ihr könnt bei uns an der Kassa gratis Bremsassistenten ausborgen. So können Gewichtsunterschiede zwischen einer leichteren sichernden Person und einer schwereren kletternden Person ausgeglichen werden.

Die Geräte werden üblicherweise in den Haken der 1. Expressschlinge eingehängt und erhöhen die Seilreibung ohne das Handling zu beeinträchtigen. Eine genauere Anleitung erhaltet ihr bei der Ausgabe der Geräte.

Folgende Geräte sind vorhanden: Edelrid OHMEGA, Edelrid OHM, raed ZAED sowie Seilbremsen von Bauer.